Erbrecht

Erbrecht / Vermögensnachfolge / Steuern

Kompetenz trifft Leidenschaft

Für uns ist das Erbrecht der spannendste Bereich des umfangreichen juristischen Tätigkeitsfelds, da hier Familien und Menschen im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Daher gilt es hier, neben dem juristischen Instrumentarium, auch die familiären Hintergründe und die vielschichtigen psychologischen Aspekte des Falles zu verstehen. Wir sind davon überzeugt, dass durch diesen ganzheitlichen Ansatz Vertrauen aufgebaut und Ihr Anliegen optimal erbrechtlich begleitet werden kann. Das erbrechtliche „Deutsch“ ist eine Fachsprache,  welche eine versierte Fachberatung erfordert. Ganz gleich, ob es darum geht, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu übertragen (z.B. durch Schenkungen), ob ein Testament die künftige Vermögensnachfolge regeln soll oder Sie in einem Erbstreit Ihre Ansprüche geltend machen wollen – wir bieten Ihnen professionelle Beratung und sorgen dafür, bestmögliche Ergebnisse für Sie zu erzielen.

Rechtsanwältin Maria Anwari, LL.M. verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich des Erbrechts und der Vermögensnachfolge und hat ein zweijähriges Zusatzstudium mit dem Abschluss Master of Laws (LL.M.) an der Universität Münster im Bereich „Erbrecht, Unternehmensnachfolge und Vermögen“ absolviert. Dies und ihre jährlich zahlreichen Fortbildungen sichern Ihnen größtmögliche fachliche Kompetenz und damit eine exzellente erbrechtliche Beratung.

Erbrecht nach Gebieten

Der Pflichtteilsberechtigte nach dem Erbfall:
Auskunft und Pflichtteilsanspruch

Der Pflichtteil sichert den pflichtteilsberechtigten nahen Angehörigen, die durch Testament enterbt wurden, eine finanzielle Mindestbeteiligung am Nachlass des Erblassers. Dabei ist zu prüfen, ob der Pflichtteilsberechtigte neben dem sogenannten „ordentlichen“ Pflichtteilsanspruch, der aus dem Wert des Nachlasses berechnet wird, auch einen „Pflichtteilsergänzungsanspruch“ geltend machen kann, der aus bestimmten Schenkungen des Erblassers ermittelt wird.

Damit der Pflichtteilsberechtigte seinen Pflichtteilsanspruch auch effektiv durchsetzen kann, steht ihm ein umfassender Auskunftsanspruch zu.

Der Pflichtteilsberechtigte muss die Höhe seines Pflichtteilsanspruchs selbst berechnen und braucht daher zur Durchsetzung seines Anspruchs Informationen. Häufig fehlen dem Pflichtteilsberechtigten die erforderlichen Informationen über den Umfang und den Wert des Nachlasses sowie hinsichtlich früherer Schenkungen.

Wir beraten Sie gerne umfassend im Hinblick auf die effektivste Strategie bei der Geltendmachung und Abwehr von Pflichtteilsansprüchen, verhandeln diese zur Vermeidung von teuren Gerichtsverfahren möglichst außergerichtlich mit der Gegenseite und erwirken damit eine Vergleichsvereinbarung für Sie. Wenn sich eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht vermeiden lässt, setzen wir Ihre Rechte natürlich auch auf diesem Weg bestmöglich durch.

Erbscheinsverfahren, Erbstreitigkeiten innerhalb einer
Erbengemeinschaft, Anfechtung, Ausschlagung, Erbenhaftung etc.

In den ersten Tagen und Wochen nach einem Todesfall unterstützen wir unsere Mandanten bei der Einleitung der erforderlichen Schritte und Abwicklung der notwendigen Formalien, insbesondere bei der Beantragung des Erbscheins. Je nach Fall ist zu prüfen, ob eine Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft wirtschaftlich sinnvoll ist und ob die Anfechtung eines ungünstigen und ungültigen Testaments in Betracht kommt.

Der Erbschein macht den Erben nicht zum Erben – das wird er von selbst kraft Gesetz. Der Erbschein wird jedoch benötigt, um sich gegenüber Banken, Grundbuchämtern etc. als Erbe zu legitimieren. Gibt es Streit darüber, ob jemand Erbe ist und gegebenenfalls mit wem und mit welcher Erbquote, wird dieser Streit vorwiegend im Erbscheinsverfahren ausgetragen.

Nicht selten finden sich Verwandte oder auch familienfremde Personen nach einem Erbfall – oft ungewollt – in einer Erbengemeinschaft wieder. Diese kann sowohl durch gesetzliche Erbfolge als auch durch Testament entstehen. Letzteres geschieht meist, wenn der Erblasser bei der Testamentserrichtung nicht fachmännisch beraten wurde.

In der Nachfolgegestaltung sollten Erbengemeinschaften grundsätzlich vermieden werden, da sie zu den kompliziertesten und konfliktträchtigsten Wesen im deutschen Recht gehören. Zahlreiche Problemfelder entstehen daraus, dass die betroffenen Personen eine Zufallsgemeinschaft darstellen. Der Erbe wird Teil der Gemeinschaft ohne sich seine Miterben ausgesucht haben zu können. Hier spielen persönliche Differenzen, Ängste vor Benachteiligung und Rache eine große Rolle in den streitigen Auseinandersetzungen vor Gericht.

Was macht die Erbengemeinschaft so kompliziert?

Es handelt sich um eine sogenannte Gesamthandsgemeinschaft. Jeder Miterbe hat einen Bruchteil am Gesamtnachlass. Vereinfacht kann man sagen, dass allen alles gemeinsam gehört. Dies führt dazu, dass die Miterben nur gemeinsam über Nachlassgegenstände verfügen dürfen. Soll also z.B. ein Haus oder ein Wertpapier aus dem Nachlass verkauft werden, ist dies nur möglich, wenn alle Miterben dem zustimmen. Diese Regelung gibt auch Miterben mit sehr kleinen Erbquoten eine Blockademöglichkeit und damit erhebliches Erpressungspotential. Bei einer Erbengemeinschaft unterstützen wir Sie bei der Auseinandersetzung des Nachlassvermögens und versuchen Ihre Vorstellungen durch geschickte Verhandlungen mit den anderen Miterben möglichst außergerichtlich in einem verbindlichen Vergleich durchzusetzen. Wenn sich eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht vermeiden lässt, setzen wir Ihre Rechte natürlich auch auf diesem Weg bestmöglich durch.

Gründe für die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers können sein:

Internationales Erbrecht:
Europäische Erbrechtsverordnung (EuErbVO), bilaterale Staatsverträge

Leider gibt es kein „international einheitliches Erbrecht“. Bei Erbfällen mit Auslandsberührung ist daher besondere Vorsicht geboten.

Der Erblasser besitzt entweder eine ausländische Staatsangehörigkeit
oder Nachlasswerte (Immobilien etc.), die im Ausland belegen sind. Die seit 2015 gültige EU-Erbrechtsverordnung regelt zudem auch den Nachlass von Erblassern, die ihren Aufenthalt zum größeren Teil ins Ausland verlagert haben.

Durch die Auslands-Konstellation stellen sich bzgl. der Erbschaft zusätzliche Vorfragen, z.B.:

  • Welches Nachlassgericht ist zuständig?
  • Welches materielle Erbrecht findet Anwendung?
  • Wo soll ich einen Erbschein beantragen?

Für den künftigen Erblasser stellt sich die Frage, wo, wie und in welcher Form und Sprache ein Testament abgefasst werden sollte und welche Rechtswahl in seinem Sinne ist. Für den Pflichtteilsberechtigten ergeben sich Schwierigkeiten beim Auffinden im Ausland belegener Vermögenswerte. Hier gilt es zu klären, nach welchem Recht sich sein Pflichtteilsanspruch (Höhe, Quote etc.) richtet.

All diese Fragen lassen sich nicht allgemein beantworten und richten sich insbesondere danach, um welche ausländischen Staaten es sich handelt.

Die EU regelt die Zuständigkeiten im internationalen Erbrecht seit dem Inkrafttreten der EU-Erbrechtsverordnung (EU-ErbVO) am 17.08.2015 einheitlich. Es ist jetzt nur noch ein Nachlassgericht zuständig, auch wenn der Verstorbene in unterschiedlichen europäischen Staaten Vermögen hat. Das Erbrecht der einzelnen Länder unterscheidet sich jedoch z.T. sehr stark, sodass unbedingt angeraten ist, vor dem Verlassen Deutschlands einen Rechtsbeistand zu konsultieren, damit Ihr Testament in Ihrem Sinne vollstreckt wird.

Sofern es um einen Erbfall mit Bezug zu außerhalb der EU liegenden Staaten geht, gilt dies umso mehr. Zu Einzelheiten des internationalen Erbrechts sowie dem ggf. anwendbaren ausländischen Recht beraten wir Sie gerne im Rahmen der vorsorgenden Nachlassplanung oder der Erbauseinandersetzung nach einem Erbfall mit internationalen Bezügen.

– Aristoteles

Erbschaft- und Schenkungsteuer

Die Erbschaftsteuer wird in Deutschland – bundeseinheitlich – nach dem Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) erhoben. Häufig reichen die gewährten Steuerfreibeträge nicht aus, um im Erbfall steuerfrei bleiben zu können. Wenn man sich dessen bewusst ist und das Thema rechtzeitig angeht, kann man durch eine steueroptimierte Nachfolgeplanung deutlich Steuern sparen oder den Anfall einer Steuer idealerweise sogar vollständig ausschließen.

Man sollte seine Erbfolge keinesfalls nur nach steuerlichen Erwägungen ausrichten. Doch soweit sich im Gesamtkonzept der Vermögensnachfolge Möglichkeiten zu Steuerersparnissen bieten, beispielsweise durch lebzeitige Übertragungen, warum diese verschenken?

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht zu den aktuell geltenden Steuerfreibeträgen und Steuersätzen im Erbrecht und bei Schenkungen.

Der Freibetrag beträgt für

den Lebenspartner: 500.000 €;
jedes Kind/ Stiefkind: 400.000 €;
jedes Kind eines verstorbenen Kindes/Stiefkindes: 400.000 €;
jedes Kind eines lebenden Kindes/Stiefkindes: 200.000 €;
jede sonstige Person aus Steuerklasse I: 100.000 €;
jede Person aus Steuerklasse II (z. B. Geschwister, Neffen) oder III (z.B. Lebensgefährten, Freunde): 20.000 €

Tabelle Steuertarif für Erbfälle und Schenkungen

Handlungsbedarf in Sachen Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer besteht vor allem in folgenden Konstellationen:

  • Immobilien:
    Bei Grundeigentum kommt der Bewertung und Nutzung eine erhebliche Rolle zu. Zwischen Ehegatten kann ein selbst bewohntes Haus oder eine Wohnung steuerfrei übertragen werden.
  • Gütertrennung:
    Ehegatten im Güterstand der Gütertrennung verschenken den steuerfreien Zugewinnausgleich im Erbfall. Es bietet sich der Wechsel zur (modifizierten) Zugewinngemeinschaft oder die Anwendung der sog. Güterstandsschaukel an.
  • Berliner Testament:
    Bei einem gemeinschaftlichen Testament mit der Einsetzung der Kinder lediglich als Schlusserben, können die Freibeträge der Kinder nicht optimal genutzt werden.
  • Auslandsvermögen:
    Bei der Immobilie oder dem Konto im Ausland muss geprüft werden, ob neben dem deutschen auch das ausländische Finanzamt auf das Vermögen zugreifen will und wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Reichen die gewährten Freibeträge für Sie aus? Wenn nicht, lassen Sie sich beraten und lassen Sie uns gemeinsam eine günstigere Lösung für Sie und Ihre Angehörigen finden!

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