Familienrecht

Familienrecht

Ehevertrag, Trennung und Scheidung, Zugewinnausgleich

Im Familienrecht stehen Familien und Menschen im Mittelpunkt des Geschehens. Daher gilt hier, neben dem juristischen Instrumentarium, mit Einfühlungsvermögen und psychologischem Fingerspitzengefühl vorzugehen. Wir sind davon überzeugt, dass durch diesen ganzheitlichen Ansatz Vertrauen aufgebaut und Ihr Anliegen optimal rechtlich begleitet werden kann. Lange und nervenaufreibende Scheidungsverfahren lassen sich oft durch eine frühzeitige und konfliktbegleitende Beratung vermeiden. Unser Ziel ist es, die emotionale Belastung einer Scheidung maximal möglich zu minimieren, indem wir stets eine gütliche Einigung für Sie anstreben. Sollte eine gütliche Einigung jedoch nicht möglich sein, setzen wir bundesweit Ihre Ansprüche vor Gericht engagiert und konsequent durch. Eine Trennung oder Scheidung wirft Folgeprobleme auf, die ebenfalls zu regeln sind, wie z.B. Unterhalt, Zugewinnausgleich oder Rentenansprüche. 

Rechtsanwältin Maria Anwari, LL.M. verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich des Familienrechts. Dies und ihre jährlich zahlreichen Fortbildungen sichern Ihnen größtmögliche fachliche Kompetenz und damit eine anspruchsvolle familienrechtliche Beratung.

Familienrecht nach Gebieten

Scheidungen und Aufhebungen von Lebensgemeinschaften

Nach Ablauf eines Trennungsjahres kann bei Gericht die Scheidung der Ehe oder Lebenspartnerschaft beantragt werden. Ein solcher Scheidungsantrag muss von einem Rechtsanwalt erstellt und kann frühestens ein bis zwei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres bei Gericht eingereicht werden. Lediglich die Zustimmung des anderen Partners zur Scheidung ist ohne Beauftragung eines zusätzlichen Rechtsanwalts möglich. Ein Scheitern der Ehe wird vom Gesetz unwiderlegbar vermutet, wenn die Ehegatten drei Jahre voneinander getrennt sind. In diesem Fall bedarf es keiner Zustimmung des anderen Ehegatten.

Im Rahmen des Scheidungsverfahrens wird automatisch vom Gericht der Versorgungsausgleich sowie auf Antrag auch die Folgesachen Unterhalt, Zugewinnausgleich, Umgangsrecht oder Sorgerecht mitgeregelt. Die Dauer eines Scheidungsverfahrens beträgt daher in der Regel mindestens sechs Monate bis hin zu mehreren Jahren und kann durch vorherige Erstellung eines Ehevertrages oder einer Scheidungsfolgenvereinbarung beim Rechtsanwalt wesentlich verkürzt werden.

Versorgungs- und Zugewinnausgleich

In Trennungs- und Scheidungsverfahren muss auch eine Lösung für die finanziellen Verhältnisse der Ehegatten gefunden werden.

In Deutschland leben die meisten Ehepaare in der sogenannten Zugewinngemeinschaft, da sie sich nicht durch Ehevertrag auf einen anderen Güterstand verständigt haben.

Für die Zugewinngemeinschaft gelten folgende Kriterien:

  • getrennte Vermögensmassen
  • getrennte Haftung
  • keine alleinige Vermögensbefugnis

Wird die Zugewinngemeinschaft z.B. durch Scheidung beendet, dann ist der sog. Zugewinn auszugleichen. Das vor der Heirat eingebrachte Vermögen gehört also weiterhin dem jeweiligen Ehepartner. Nur das während der Ehezeit hinzugekommene Vermögen wird nach der Scheidung hälftig auf beide Eheleute verteilt.

Bei einem Scheidungsverfahren in Deutschland wird der Versorgungsausgleich automatisch ab einer Ehedauer von drei Jahren vom Gericht durchgeführt, soweit die Ehegatten hierauf nicht vorab in einem Ehevertrag oder einer Scheidungsfolgenvereinbarung verzichtet haben. Beim Versorgungsausgleich wird die während der Ehe von den Eheleuten erworbene Altersvorsorge ausgeglichen. Dies betrifft insbesondere die gesetzliche Rentenversicherung, private Rentenversicherungen, die betriebliche Altersvorsorge sowie die Pensionsansprüche von Beamten.

Gerade beim Zugewinn- und Versorgungsausgleich ist eine kompetente anwaltliche Beratung unerlässlich. Wir beraten Sie gerne umfassend im Hinblick auf die effektivste Strategie im Zugewinnausgleich, verhandeln diese zur Vermeidung von teuren Gerichtsverfahren möglichst außergerichtlich mit der Gegenseite und entwerfen dann nach dem Erzielen einer Einigung eine Vergleichsvereinbarung für Sie. Lässt sich eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht vermeiden, werden wir hierbei ihre Interessen bestmöglich durchsetzen.

Ehevertrag, Trennungsvereinbarung und Scheidungsfolgenvereinbarung

Eheverträge sind kein Zeichen fehlender ehelicher Gesinnung. Sie tragen vorsorgenden Charakter, wenn sie vor Eheschließung oder bei Ehebeginn geschlossen werden. Der Abschluss eines Ehevertrages ist sowohl vor als auch nach der Eheschließung möglich. Sie dient der Regelung persönlicher und wirtschaftlicher Verhältnisse der Ehegatten in der Ehekrise. Schwerpunkte eines Ehevertrages sind Regelungen im Unterhaltsrecht, Güterrecht (Gütertrennung bzw. modifizierte Zugewinngemeinschaft) oder zum Versorgungsausgleich.

Ein Ehevertrag muss die aktuelle Situation der Eheleute ebenso berücksichtigen, wie Pläne für das eheliche Zusammenleben. Ehegatten mit Kinderwunsch, die zum ersten Mal die Ehe schließen, werden einen anderen Ehevertrag schließen als kinderlose Paare, die im späteren Alter zum wiederholten Mal eine Ehe eingehen. Ein Unternehmer, der gegenüber seinen Mitgesellschaftern Verantwortung trägt, bedarf eines anderen Ehevertrages als der Beamte.

In der Regel ist die Trennung oder eine bevorstehende Scheidung Anlass für die Gestaltung einer Trennungs- oder Scheidungsfolgenvereinbarung. Im Gegensatz zum „vorausschauenden“ Ehevertrag sind die Verhältnisse bekannt. Die Trennungssituation zu erleichtern und für eine Scheidung selbstbestimmt und ohne gerichtliches Eingreifen über Scheidungsfolgen zu bestimmen, ist Anliegen dieser Verträge. Sie bedürfen zumeist zur Erlangung der Wirksamkeit der notariellen Beurkundung oder einer Protokollierung im gerichtlichen Eheverfahren.

Im Rahmen einer Trennungsvereinbarung vereinbaren Eheleute oftmals den während der Trennung zu zahlenden Kindesunterhalt oder Trennungsunterhalt sowie für die weitere Dauer ihrer Ehe Gütertrennung und einen Verzicht auf den Versorgungsausgleich. Insbesondere wenn für bereits getrennt lebende Eheleute aus irgendwelchen Gründen auf unabsehbare Zeit keine Scheidung in Frage kommt, macht der Abschluss einer Trennungsvereinbarung zur verbindlichen Regelung der rechtlichen und finanziellen Beziehungen untereinander Sinn.

Läuft nach einer Trennung bereits das Scheidungsverfahren bei Gericht oder beabsichtigt einer der Ehegatten in Kürze die Scheidung zu beantragen, ist der Abschluss einer Scheidungsfolgenvereinbarung die beste Möglichkeit, die Trennung und Scheidung der Ehe möglichst einvernehmlich zu gestalten und sich so langwierige und teure Gerichtsverfahren zu ersparen. So kann in einer Scheidungsfolgenvereinbarung auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs ganz oder teilweise verzichtet werden, sodass der Zugewinnausgleich und die damit verbundene Vermögensauseinandersetzung und nicht zuletzt auch der zu zahlende Unterhalt abschließend geregelt werden. Bei gemeinsamen Kindern können zudem Regelungen zum Umgangsrecht oder Sorgerecht mitaufgenommen werden.

Im Hinblick auf die rechtliche Tragweite sollte eine Trennungs- oder Scheidungsfolgenvereinbarung erst nach eingehender Beratung durch einen auf diesem Gebiet erfahrenen Rechtsanwalt abgeschlossen werden.